Leseprobe

Ausschnitte aus dem Buch:
Lesereise Ruhrgebiet - Schichtwechsel im Bauch der Metrolpole

 

Der Ruhrverführer

Er hat keine Dampfmaschine erfunden und keine Weltarchitektur gebaut, keine Kohleschächte ausgebuddelt und keine zeitgenössische Kunst installiert. Mit Kohle, Kumpels und Kultur hat er trotzdem täglich zu tun. Zwischen Duisburg und Dortmund kennt er jedes Industriemuseum, jedes Baudenkmal, jeden Schacht und jede Landmarke. Michael Weier ist Gästeführer. Kein sonderbarer Beruf, wäre sein Revier nicht das Ruhrgebiet. „Klar haben mich die Leute anfangs belächelt.“ sagt er. Schließlich sei das Ruhrgebiet vor allem eines: Deutschlands größtes Quellgebiet für ausländische Reisedestinationen. Dass man aber davon leben kann, zwischen Ruhr, Rhein und Emscher Reisen anzubieten, hatte ihm vor fünfzehn Jahren kaum jemand glauben wollen. Vermutlich werde es auch in Zukunft nicht zu touristischen Massenszenen kommen, wie man sie von den sonnenverwöhnten Küsten dieser Erde kenne, „doch das Ruhrgebiet ist eindeutig ein Reiseziel geworden.“ Seit Jahren steigen die Besucherzahlen. „Das Bild von den kohleverrußten Doppelripphemden auf der Wäscheleine im Kleingarten eines Taubenzüchters ist jedenfalls deutlich verblasst.“

Die Idee zu seinem Beruf kommt Weier, als er 1991 ein Buch mit Stadtspaziergängen durch Bochum in der Hand hält. (...)

 

Michael Weier

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